suchtschweiz.ch » Infos und Fakten » Glücksspielsucht

Glücksspielsucht

Spiele mit Glücksfaktor haben eine jahrtausendelange Tradition, das älteste bekannte Glücksspiel ist das Würfeln. Bei den Römern waren Wetten auf Pferdewagenrennen eine beliebte Freizeitbeschäftigung. Die Art der Glücksspiele und der Umgang mit ihnen waren damals wie heute von Kultur zu Kultur unterschiedlich.

Als Glücksspiele werden Spiele bezeichnet, bei denen das Ergebnis überwiegend zufallsabhängig ist, die Teilnahme den Einsatz eines Vermögenswertes, meistens Geld, erfordert und auch der Gewinn in einem Vermögenswert besteht. Dazu gehören Spieltische in Spielbanken (z.B. Roulette, Black Jack, Poker), Geldspielautomaten – so genannte "slot machines" – ebenso wie Lotterien und Wetten (Zahlen- lotto, Rubbellose, Sport-Toto etc.). Manche dieser Spiele sind reine Glücksspiele, andere, z.B. bestimmte Spielformen von Poker, enthalten nebst Glück auch Elemente von Strategie und Geschicklichkeit. Auch bei Wetten und Spekulationsspielen ist nicht das Glück alleine ausschlaggebend für den Gewinn.

Glücksspielanbieter richten den ganzen Kontext darauf aus, das Spielen und dadurch den Umsatz zu fördern. Untersuchungen zeigen, dass die Beschaffenheit der Spiele einen Einfluss auf die Entwicklung problematischen Spielverhaltens hat. Eine rasche Spielabfolge, Fast-Gewinne, versteckte Geldeinsätze durch Jetons oder Bonuspunkte sind Elemente, die es manchen Menschen schwer machen, rechtzeitig mit dem Spielen aufzuhören.

Glücksspiele in der Schweiz

Etwa 60 Prozent der Bevölkerung ab 15 Jahren haben schon mindestens einmal in ihrem Leben ein Glücksspiel gespielt. Die am meisten gespielten Glücksspiele in der Schweiz sind Lotterien und Wetten. Glücksspiele im Internet gehören bisher zu den am wenigsten genutzten Glücksspielen – dies könnte sich in Anbetracht des wachsenden Angebotes in Zukunft aber ändern.

Eine Studie kam zum Schluss, dass in der Schweiz im Jahr 2005 ungefähr 0,8 Prozent der erwachsenen Bevölkerung ein risikoreiches Glücksspielverhalten aufzeigten ("problematische Spieler und Spielerinnen") und weitere 0,5 Prozent spielsüchtig waren ("pathologische Spieler und Spielerinnen"). Dies entspricht insgesamt ungefähr 80 000 Personen.

Je nach Methode zur Bestimmung eines pathologischen bzw. problematischen Spielverhaltens fallen die Resultate in verschiedenen Studien unterschiedlich aus. So spricht eine andere Studie von ungefähr 120'600 Personen in der Schweiz, die problematisches oder pathologisches Glücksspiel betreiben. Etwa 70 bis 80 Prozent der Personen mit exzessivem Spielverhalten sind Männer.

Quellen:
SFA (2007), Berechnungen auf Basis der Schweizerischen Gesundheitsbefragung 2007.
Bondolfi, G. et al. (2008). Prevalence of pathological gambling in Switzerland after the opening of casinos and the introduction of new preventive legislation. Acta Psachiatr Scand 2008: 236-239.
Eidgenössische Spielbankenkommission, ESBK. Glücksspiel: Verhalten und Problematik in der Schweiz. Schlussbericht. Bern, 2009.

Seite druckenSendenRSS

Weiterführende Seiten zum Thema

 
.hausformat | Webdesign, Typo3, 3D Animation, Video, Game, Print